SAP Solution Manager

Der SAP Solution Manager (oft auch kurz „SolMan“ genannt) ist das zentrale Werkzeug von SAP für das Application Lifecycle Management (ALM). Er hilft dabei, SAP-Systemlandschaften zu verwalten, zu überwachen und kontinuierlich zu verbessern – vom Design über die Implementierung bis zur Wartung und Weiterentwicklung. Seit der Version 7.2 liegt der Fokus nicht mehr nur auf technischen Details, sondern auch auf der vollständigen Integration aller Geschäftsprozesse.
Der SAP Solution Manager in 90 Sekunden
Link zum Video: https://www.youtube.com/watch?v=1eXpakF9-aA
Vorteile und Funktionen
Beim Entwickeln des SolMan hat SAP besonders darauf geachtet, mehrere SAP-Systeme über ein zentrales Anwendungsmanagement zu verbinden. Dank leistungsstarker Monitoring- und Reporting-Funktionen lässt sich der Betriebsaufwand in der SAP-Landschaft deutlich reduzieren. Dadurch sparen Unternehmen Zeit und Geld und können mehr Ressourcen auf wichtige Geschäftsbereiche konzentrieren.
Vorteile
Dank seines modularen Aufbaus lässt sich die Plattform flexibel an unterschiedliche Unternehmensanforderungen anpassen. Sie unterstützt nicht nur die klassische SAP-Basis, sondern bietet auch erweiterte Funktionen für Projektarbeit und Systembetrieb. Besonders im Zusammenspiel komplexer Systemlandschaften entfaltet sie ihren vollen Nutzen.
Die Vorteile auf einen Blick:
- Vereinfachte Basis- und Projektarbeit in der SAP Landschaft
- Zeit- und Kostenersparnis
- Flexibilität durch modularen Aufbau
- Produktives und effizientes Arbeiten
Funktionen im Application Management
Das zentrale Anwendungsmanagement organisiert sich über sogenannte Workcenter. Jedes Workcenter übernimmt bestimmte Rollen oder Aufgabenbereiche, die den gesamten Lifecycle-Prozess abdecken. Gemeinsam sorgen sie dafür, dass alle Phasen von der Einführung neuer Lösungen bis zur laufenden Optimierung abgedeckt werden.
Der Lifecycle-Prozess ist in mehrere Phasen unterteilt:
- Design
Konzeption und Modellierung neuer Geschäftsprozesse - Build & Test
Umsetzung, Konfiguration und systematische Tests - Deploy
Einführung produktiver Änderungen, unterstützt durch das Change Management - Operate & Optimize
Stabilisierung und kontinuierliche Verbesserung mit Hilfe von SAP Service Delivery
Durch diesen strukturierten Aufbau lassen sich nicht nur Änderungen effektiv umsetzen, sondern auch Upgrades verwalten sowie technische und fachliche Dokumentationen zentral pflegen.
Change Management
Der Maintenance Optimizer (MOPZ) beschleunigt und verbessert das Vorbereiten und Durchführen von Updates und Upgrades. Das Einspielen von Support Packages kann leichter und sicherer mit dem Maintenance Optimizer und den von SAP bereitgestellten Upgrade Inhalten durchgeführt werden.
Technical Operations
Das neu entwickelte Technical Monitoring ersetzt die ältere CCMS-Technologie. Die im Standard enthaltenen Monitoring- und Reporting-Funktionen ermöglichen einen schnellen und effektiven Einstieg in die Überwachung und Auswertung wichtiger Leistungskennzahlen für den täglichen Betrieb.
ServiceDesk: Incident Management und Ursachenanalyse (Root Cause Analysis, RCA)
Die integrierte Service-Management-Funktion fungiert als zentrales ITIL-Tool für SAP-Systeme. Dank der tiefen Integration entfällt der sogenannte Medienbruch: Nutzerinnen und Nutzer können direkt aus einer SAP-Anwendung heraus ein Ticket erstellen, ohne das System zu wechseln.
Diese Tickets werden automatisch mit den relevanten Systemdaten angereichert und lassen sich effizient durch den Service Desk oder den 2nd-Level-Support bearbeiten.
Die integrierte Root Cause Analysis ermöglicht es, mit wenigen Klicks festzustellen, welche Änderungen in letzter Zeit am System vorgenommen wurden. So finden und beheben Unternehmen Störungen schneller und erhöhen dadurch die Betriebsstabilität.
Change Control Management mit Change Request Management und erweiterter Transportsteuerung (CTS+)
Ein zentraler Bestandteil des Application Lifecycle Managements ist das Change Control Management. Besonders die Komponenten Change Request Management (ChaRM) und erweiterte Transportsteuerung (CTS+) helfen dabei, Änderungen kontrolliert, nachvollziehbar und revisionssicher umzusetzen – von der Anforderung bis zum Go-Live.
Das System unterstützt native SAP-Änderungen, auch in komplexen Mehrlinien-Systemen. Zusätzlich können Non-SAP-Systeme in die Transportlandschaft eingebunden werden, was besonders in hybriden Umgebungen vorteilhaft ist.
Test Management
Der SolMan unterstützt automatisiertes Testen und das Nachverfolgen von Freigaben mithilfe von Workflows, die Key User einbinden. Vollautomatische Regressionstests prüfen Schnittstellen und Komponenten zuverlässig. Die erfassten Projektdaten helfen bei der Planung zukünftiger Änderungen und dienen als Nachweis gegenüber der Revision.
Das Business Process Change Analyzer (BPCA) reduziert den Testumfang sinnvoll, ohne wichtige Geschäftsprozesse zu gefährden.
SAP Solution Manager 7.2 – Upgrade und Besonderheiten
Mit Version 7.2 hat SAP das Application Lifecycle Management stark weiterentwickelt. Die Plattform deckt nun stärker End-to-End-Geschäftsprozesse ab und rückt den Prozesslebenszyklus in den Mittelpunkt – nicht nur die IT.
Seit dem Wartungsende von Version 7.1 ist Version 7.2 die empfohlene Standardlösung für On-Premises-Szenarien. Das Upgrade ist meist unkompliziert, da viele Installationen direkt aktualisiert werden können. Eine komplette Neuinstallation erfordert allerdings technisches Know-how.
Vorteile und technologische Weiterentwicklungen von Version 7.2
- Prozessorientierter Fokus:
Mit 7.2 liegt der Schwerpunkt nicht mehr ausschließlich auf Systemen und Infrastruktur, sondern auf dem vollständigen Lebenszyklus von Geschäftsprozessen – vom Design über Build & Test bis hin zu Betrieb und Optimierung. - Verbesserte Usability und Visualisierung:
Die Benutzeroberfläche wurde modernisiert, u. a. durch eine neue grafische Modellierung auf Basis des PowerDesigners. Dies erleichtert die Prozessdokumentation sowie die Navigation innerhalb komplexer SAP-Landschaften. - Offene Architektur & Schnittstellen:
Dank offener APIs und standardisierter Schnittstellen können Daten auch in externe Modellierungs- oder Dokumentationstools überführt werden. - Integration neuer Technologien:
Version 7.2 unterstützt zukunftsweisende SAP-Technologien wie SAP HANA, SAP S/4HANA, Cloud-Lösungen sowie hybride Landschaften. Auch Migrationsprojekte zwischen On-Premises und Cloud werden umfassend begleitet.

Besonderheiten
Die neue Oberfläche für die grafische Modellierung basiert auf dem PowerDesigner, der SAP nach der Sybase-Übernahme nutzt. Das erleichtert vor allem die Dokumentation von Geschäftsprozessen. Außerdem wurde das Diagnose- und Analyse-Framework erweitert.
Die Lösungsdokumentation wurde flexibler und benutzerfreundlicher gestaltet: Statt der früheren Trennung in verschiedene Projekttypen greifen jetzt alle IT-Prozesse auf eine zentrale Dokumentation zu. Änderungen lassen sich in unterschiedlichen Kontexten durchführen und anschließend konsolidieren.
Auch das Testmanagement wurde überarbeitet und vollständig in die neue Lösungsdokumentation integriert. Die Oberfläche des IT Service Managements zeigt jetzt eine übersichtliche grafische Darstellung. Der Maintenance Optimizer (MOPZ) wurde durch den neuen Maintenance Planner ersetzt.
Eine gute Nachricht: Der Solution Manager 7.2 nutzt SAP HANA, ohne dass dafür eine zusätzliche Lizenz nötig ist. Außerdem unterstützt die Lösung den Betrieb in privaten oder öffentlichen Clouds. So lässt sich eine hybride Landschaft problemlos überwachen – unabhängig vom physischen Standort der Systeme.
Wartung und Zukunft: SAP Solution Manager in der Cloud?
Der SAP SolMan wurde primär für den Einsatz von On-Premises-Produkten von SAP entwickelt. Er bietet eine umfangreiche Suite von Tools und Funktionen zur Verwaltung von SAP-Landschaften. Der Fokus des Solution Managers liegt jedoch weniger auf Cloud-Anwendungen, die mittlerweile fester Bestandteil der Zukunftsstrategie der SAP sind.
Deswegen endet die sogenannte Mainstream-Maintenance beim Solution Manager 7.2 bereits am 31.12.2027. Das liegt vor allem an der enthaltenen AS Java Komponente. Unternehmen, die den Solution Manager noch im Einsatz haben, können sich zwischen drei zukünftigen ALM-Strategien entscheiden:
- Der Solution Manager kann bis zum end-of-life als Option genutzt werden.
- Alternativ dazu bietet sich SAP Cloud ALM als Alternative an. SAP Cloud ALM eignet sich besser für Unternehmen mit hybriden Landschaften, die bereits weitere Schritte zur Migration zu SAP Cloud-Lösungen planen.
- Als letzte Lösung ist SAP Focused Run relevant für Kunden mit besonders anspruchsvollen Systemlandschaften und weist mehr Ähnlichkeiten zum bekannten Solution Manager auf.
Bei der Entscheidung sollten Unternehmen ihre IT-Strategie, Kosten, Anforderungen und die vorhandene Solution-Landschaft sorgfältig berücksichtigen.
Fazit und Ausblick
Viele Unternehmen nutzen das Potenzial dieses Werkzeugs noch nicht vollständig und lassen dadurch wichtige Vorteile ungenutzt. Dank seines modularen Aufbaus ist es vielseitig einsetzbar und flexibel an individuelle Anforderungen anpassbar.
Mit der Version 7.2 bietet SAP eine benutzerfreundlichere und übersichtlichere Lösung, die über den klassischen Basisbetrieb hinausgeht und alle Geschäftsprozesse mit einbezieht.
Da die Wartung Ende 2027 endet, sollten Unternehmen frühzeitig eine zukunftssichere ALM-Strategie entwickeln, um auch künftig gut gerüstet zu sein.
Dieser Artikel erschien bereits im April 2022. Der Artikel wurde am 20.08.2025 erneut geprüft und mit leichten Anpassungen aktualisiert.
FAQ
Was ist der SAP Solution Manager?
Der SAP Solution Manager ist eine ABAP – und JAVA-basierte Software für das zentrale Anwendungsmanagement einer SAP Landschaft.
Was bietet der SAP Solution Manager?
Der SAP Solution Manager hilft Unternehmen bei dem Aufbau und der Wartung der gesamten SAP Landschaft. In neueren Versionen hat der SAP Solution Manager dabei den Fokus auf die Einbeziehung aller Geschäftsprozesse und bewegt sich somit weg von der reinen IT-Sichtweise.
Wie funktioniert der SAP Solution Manager?
Für das zentrale Anwendungsmanagement der SAP-Systemlandschaft sind im Solution Manager die sogenannten Workcenter verantwortlich. Dabei bildet jedes einzelne Workcenter Rollen ab oder stellt spezifische Aufgabenblöcke fertig. Alle Workcenter decken gemeinsam das gesamte Anwendungsmanagement ab.
Was sind die Vorteile des SAP Solution Managers?
Durch den modularen Aufbau ist der Solution Manager sehr flexibel und kann somit an die individuellen Bedürfnisse von Unternehmen angepasst werden. Der größte Nutzen des SAP Solution Managers liegt in der Basis- und Projektarbeit in SAP-Systemumgebungen.
Ist der SAP SolMan auch als Cloud-Variante verfügbar?
Ja, der SAP Solution Manager ist auch als Cloud-Variante verfügbar. Kunden, die Cloud-Anwendungen nutzen, können auf SAP Cloud ALM zurückgreifen. Es ist eine cloudbasierte Anwendung für das Lifecycle-Management von SAP-Lösungen in der Cloud. Für das Monitoring in der Cloud gibt es auch die Lösung SAP Focused Run mit erweiterten Funktionen.
Weiterführende Informationen
- KnowHow Focused Solutions für SAP Solution Manager
- KnowHow SAP Solution Manager Monitoring
- KnowHow SAP Focused Run
- KnowHow SAP Focused Build
- KnowHow SAP Cloud ALM
- SAP Solution Manager Wiki
- SAP Solution Manager Support
- Was ist SAP Solution Manager?
Wer kann mir beim Thema SAP Solution Manager helfen?
Wenn Sie Unterstützung zum Thema SAP Solution Manager benötigen, stehen Ihnen die Experten von RZ10, dem auf dieses Thema spezialisierten Team der mindsquare AG, zur Verfügung. Unsere Berater helfen Ihnen, Ihre Fragen zu beantworten, das passende Tool für Ihr Unternehmen zu finden und es optimal einzusetzen. Vereinbaren Sie gern ein unverbindliches Beratungsgespräch, um Ihre spezifischen Anforderungen zu besprechen.
Ein Kommentar zu "SAP Solution Manager"
Toll