Von ERP 6.0 auf SAP S/4HANA, müssen oder wollen? – mit Ingo Biermann

Autor: Tobias Harmes | 7. Februar 2020

3 | #podcast, #story

Es gibt zwei Jahre mehr Zeit für die Migration auf SAP S/4HANA. Was könnte man damit denn Sinnvolles machen, außer einer Vollbremsung zum Stillstand? Ich spreche mit meinem Kollegen Ingo Biermann über seine Erfahrungen und Einschätzungen aus Projekten. Mit der überraschenden Erkenntnis: Unternehmen müssen nicht bis 2025 auf SAP S/4HANA, sie wollen es.

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Das eigentlich Überraschende an der Wartungsverlängerung für die aktuelle SAP Business Suite war wohl der Zeitpunkt der Ankündigung. Gelesen habe ich es zuerst bei der Computerwoche, da war der Tweet zur SAP Meldung auch schon raus. Nach dem Schreckmoment von einer Wartung bis 2040 habe ich den Tweet dann noch mal richtig gelesen. Also kurz: Business Suite 7 Standard-Wartung bis Ende 2027 anstatt bis Ende 2025. Von 2028 bis 2030: Extended Maintenance mit entsprechenden Mehrkosten.

Kein Riechsalz für Berater notwendig

Obwohl nun die Kunden zwei Jahre mehr Zeit für eine Umstellung haben, bleibt mein Kollege Ingo Biermann im Gespräch gelassen. Es war erwartet, dass die Support-Verlängerung kommt. Die Idee war ja, dass alle S/4HANA-Projekte bis Ende 2025 abgeschlossen sein müssen, weil da die Standard-Wartung ausläuft. Nur wer sich da bereits auf den Weg gemacht, der wird dadurch jetzt nicht abbrechen. Dafür spricht auch der DSAG Investitionsreport 2020. Daher gibt auch in der S/4HANA-Partnercommunity keine große Aufregung. Die meisten Unternehmen sind bereits auf dem Weg Richtung S/4HANA. Und dort sollte versucht werden, den bisherigen Termin zu halten. Trotzdem sollten Kunden nicht die Gelegenheit auslassen, auf aktuelle Innovationen zu blicken.

Argumentieren gegen den Druckverlust

Ja, es stimmt. Die Kunden, die bisher wenig gemacht haben, haben jetzt mehr Zeit und könnten weiter die Augen verschließen. Doch eigentlich bewegt sich alles dadurch wieder in eine gesunde Argumentation weg vom Zeitdruck. Wer bisher nur mit den möglichen Wartungskosten Druck aufbauen konnte, sollte sich nun auf den Nutzen konzentrieren. Was habe ich eigentlich von einer Umstellung von S/4HANA?

Unternehmen müssen nicht auf S/4HANA, sie wollen es

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Es wird nicht mehr lange dauern, da wollen die Unternehmen auf S/4HANA sein, weil es einfach die innovativere und bessere Softwarelösung ist. SAP sagt klar, Innovation und Entwicklung findet nur noch bei S/4HANA statt. Die Story einer S/4HANA-Migration startet ja vielfach mit: „lass uns ein überschaubares Transitionsprojekt machen, nicht gleich auf Fiori gehen und so weiter“. Das erlaubt nebenbei Innovationen aus S/4HANA anzuschauen und eine Wunschliste, ein Backlog aufzubauen. Nach dem ersten Kernprojekt und der Migration kann man dann überlegen, welche Innovationen aus dem Backlog greifen wir auf, um damit auch einen Wettbewerbsvorteil zu erreichen. Zum Beispiel vereinfachte Service-Prozesse oder berichten mit Echtzeit-Daten.

„Warum jetzt?“ besser nicht zahlenbasiert

Ein Excel-Sheet mit einem Return-on-Invest-Kalkulator ist wenig zielführend, vor allem wegen der vielen qualitativen Faktoren. Ein guter Business Case S/4HANA entwickelt sich eher dadurch, dass man sich betriebswirtschaftliche Verbesserungspotentiale (z.B. Prozessdurchlaufzeiten) nimmt, und da sich etwas dazu Passendes aus dem S/4HANA Portfolio heraussucht. Natürlich müssen Projektaufwände und Zeiten auch enthalten sein. Am Ende liefert diese Kombination und eben nicht ein nur zahlenbasierter Ansatz eine schlüssige Argumentation für „Warum jetzt das S/4HANA Projekt?“.

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S/4HANA Deployment – zu mir oder zu dir?

Die Zeit kann man auch nutzen, um noch mal über das „Warum jetzt?“ zu sprechen. Es ist sinnvoll zu unterscheiden, ob ich eine „on-premise-like“ oder ein „Software-as-a-Service“ Modell fahren will. Und das ist noch keine Entscheidung für oder gegen die Cloud. Denn die Möglichkeiten sind in den letzten Monaten vielfältiger geworden. Jeder SAP Kunde kann bei den Hyperscalern wie Microsoft oder Amazon sein SAP hosten, SAP zertifiziert. Und bei der S/4HANA Cloud Edition gibt es im Gegensatz dazu nicht nur die Geschmacksrichtung „ein Update wird mir vorgesetzt“, sondern mit der Single Tenant Edition (STE) auch eine dedizierte Instanz mit mehr Flexibilität. Hier macht es auch Sinn, eine Kombination in Betracht zu ziehen. Also zum Beispiel S/4HANA Cloud für den standardisierten internationalen Vertrieb, die zentrale Abrechnung dann über ein On-Premise-System mit aller Flexibilität.

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Experte, Speaker, Herausgeber rz10.de

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