Best-of SAP Basis & Security | Februar 2020

Autor: Tobias Harmes | 28. Februar 2020

#podcast

Es ist Ende Februar 2020, also her mit dem Best-of SAP Basis & Security. Und während meine privaten Dateien gerade auf einen unbekannten Microsoft-Server hochgeladen werden, denke ich über unsere German Angst und Hassliebe zur Cloud nach. Und über die Frage, ob intelligentes Leben und Arbeiten immer auch mit dem Preis einer ständig über uns wachenden Alexa bezahlt werden muss.

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Wann war eigentlich Ihr letzter German Cloud Angst-Moment? Meinen hatte ich letzte Woche, als ich mich dazu entschieden habe, alle meine privaten Dateien der automatischen PC-Sicherung von Microsoft OneDrive anzuvertrauen. Also ich meine alle, auch die Steuerunterlagen und die Dokumente vom Hausbau. Ich habe einfach für mich entschieden: Das Risiko eines Datenverlustes durch Kryptotrojaner, etc. ist größer als das Risiko eines Datenleaks durch Microsoft. Kann ich schon morgen damit reinfallen? Ja, bestimmt. Aber das Risiko ist halt kleiner. Wer hätte es gedacht: Microsoft hat sich mein Vertrauen erarbeitet.

Alexa, belauschst du mich?

Und wieder ist aus einem „auf keinen Fall“ ein „das macht Sinn“ geworden. Ähnlich war schon meine Entscheidung vor gut zwei Jahren auf Alexa zu setzen. Na gut, das lag damals auch daran, dass man diese Geräte auf das Aktivierungswort „Computer“ konfigurieren kann. Das Kribbeln im Bauch bei „Computer, Licht an im Erdgeschoss“… ein bisschen Nerd gönne ich mir. Natürlich mache ich das alles trotzdem mit schlechtem Gewissen – eben wegen des Datenschutzes.

Umso mehr habe ich mich wiedergefunden beim Lesen der Februar-Ausgabe des US-Magazins Wired.com. Darin schreibt Clive Thompson in einem interessanten Artikel über sein passiv-aggressives Verhältnis zur Alexa. Die Frage „Alexa, belauschst du mich?“ hat vielleicht der eine oder andere schon mal selbst gestellt. Und denkt dabei an die cloud-basierten Albträumen bezüglich der Privatsphäre, wenn Amazon oder Google-Subunternehmer herumsitzen und sich unsere Audioschnipsel anhören oder Hacker unsere Kinder aus der Ferne ausspionieren. Die deutsche Alexa antwortet mir übrigens mit „Nein. Ich spioniere dich nicht aus. Ich respektiere deine Privatsphäre.“ Tja, was soll sie auch sagen?

Edge KI – offline Alexa ohne Witze

Doch es geht in dem Artikel nicht um Alexa-bashing, sondern um neue Optionen – um die Entwicklung einer sogenannten  Edge-AI. Um die Tatsache, dass bestimmte Funktionen von Künstlicher Intelligenz mittlerweile auf Computer-Chips passen, auch dank des Mooreschen Gesetz. Chips, die Aufgaben erledigen, für die es vor Jahren noch die brutale Kraft von Googles Server-Cluster benötigt hat. Es geht um Künstliche Intelligenz, die gerade smart genug ist, damit eben nicht alles in die Cloud geschickt werden muss. Das setzt allerdings voraus, dass wir bei aller Cloud-Euphorie aufhören, alles so zu vernetzen, dass einem auch der Lichtschalter einen Witz erzählen kann.

Der Client-Schweinezyklus

Das Thema treibt auch die Unternehmen und ihre IT um. Es ist ein wenig so wie das andauernde Wechselspiel zwischen Thin Client und Fat Client. Alle zentralisieren die Geräte und verteilen nur noch Thin Clients, dumme Geräte, die in die Cloud telefonieren müssen. Maximale Effizienz durch maximale Vernetzung. Bis es wieder einen unbestreitbaren Vorteil von lokaler Hardware, also Fat Clients gibt. In diesem Fall wäre das vielleicht der Datenschutz. Das lässt sich übertragen auf die zunehmende Nutzung von Microservices genauso wie auf das Hosting bei Hyperscalern.

Wenn ich mein Verhältnis zur Cloud über die vergangenen Jahre betrachte, dann komme ich zu der Erkenntnis: Eine Entscheidung für oder gegen die Cloud im Sinne von ja oder nein ist nicht mehr zeitgemäß. Vielmehr muss man punktuell entscheiden, was ist an welcher Stelle sinnvoll. Bei „Cloud? Auf keinen Fall!“ muss man sich nicht wundern, wenn einem die Betriebskosten davonrennen. Dagegen hat „Cloud? In jedem Fall!“ eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass man den smarten Lichtschalter, der auch Witze erzählen kann, mitbezahlen (und betreiben) muss.

Das sagt die SAP Community

Aber wem sage ich das, Sie haben sich bestimmt schon selbst eine Meinung gebildet. Welche das ist, würde mich brennend interessieren. Deshalb haben Helge Sanden vom IT-Onlinemagazin und ich eine kleine Cloud Umfrage erstellt. Ihre Einschätzung ist gefragt:

Zur Cloud-Umfrage

Ich bedanke mich schon jetzt fürs Mitmachen und die Ergebnisse lesen Sie dann demnächst hier!

Herzliche Grüße
Ihr Tobias Harmes

PS: Wenn Sie mögen, vernetzen Sie sich mit mir in den sozialen Netzwerken. Ich würde mich freuen.

PPS: das nächste Mal persönlich könnten wir uns bei unserem RZ10 Community Event in Frankfurt am 05.03.2020 sehen, es sind noch wenige Plätze frei!

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RZ10 Community-Treffen “SAP Security” in Frankfurt
Seien Sie beim RZ10 Community-Treffen zum Thema “SAP Security” mit dabei – am 05. März 2020 in Frankfurt am Main. Ich möchte mit Ihnen über die neuesten Herausforderungen der SAP Security reden. Die Gelegenheit mit Gleichgesinnten und in entspannter Atmosphäre das Know-how zu erweitern. Für die RZ10-Leser ist die Teilnahme kostenfrei.
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Treffen Sie uns auf SAP Security Group in Heidelberg
Vom 27. bis zum 28. Mai 2020 gibt es wieder die Gelegenheit sich zum Thema SAP Security mit anderen Unternehmen auszutauschen. Unser Partner Xiting lädt ein zum 6. Treffen der SAP Security Group (SSG) – und wir sind aktiv dabei.
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Das SAP Identity Management (IdM) System dient zur zentralisierten Verwaltung von Benutzern und Berechtigungen im Unternehmen. Es ist das Nachfolgeprodukt der zentralisierten Benutzerverwaltung von SAP, mit dem Mehrwert, zusätzlich zu den SAP Systemen eine Vielzahl weiterer Systeme Ihrer heterogenen Landschaft einzubinden.
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Das war unser Best-of Februar. Schön, dass Sie es bis hierhin geschafft haben. Oder scrollen Sie erst mal unverbindlich? Nicht schlimm. Wenn Sie mögen gibt es mein monatliches Editorial auch bequem per Mail: Best-of SAP Basis & Security abonnieren


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