SAP Security: Zeit und Geld sparen mit IAM – mit Lucas Hoppe
Autor: Tobias Harmes | 13. Januar 2026
In dieser Folge des SAP-IT-Podcasts spreche ich mit Lucas Hoppe, Strategieberater für SAP Security bei mindsquare, darüber, wie Unternehmen mit zentralisierten und automatisierten Identity- und Access Management-Prozessen langfristig Arbeit und Kosten sparen können. Außerdem erfahren Sie, für welche Unternehmen sich IAM langfristig lohnt und wie sich entsprechende Tools sinnvoll einsetzen lassen.
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Warum IAM in SAP-Landschaften heute ein Dauerproblem ist
Identity- und Access Management (IAM) ist kein Projekt, das man einmal abschließt – es ist ein fortlaufendes Geschäft. Besonders in SAP-Umgebungen verschärft sich diese Herausforderung durch die zunehmende Cloud-Transformation, da hybride Systemlandschaften und neue Zugriffsmodelle entstehen. Mit der Einführung von S/4HANA, BTP, SAC und weiteren Cloud-Services entstehen vielfältige Systeme, unterschiedliche Benutzerlogiken und damit ein enormer manueller Aufwand. Das Zusammenspiel der verschiedenen Systeme erhöht die Komplexität erheblich und steigert den Aufwand für die Verwaltung zahlreicher Zugriffsrechte.
Der Schlüssel zur Effizienz: Zentralisieren, Standardisieren, Automatisieren
Der entscheidende Hebel für Kosten- und Arbeitsersparnis im IAM liegt in der Zentralisierung. Statt die Nutzerverwaltung in jedem System individuell zu regeln, sollten Unternehmen die Verwaltung zentralisieren und Automatisierung nutzen. Dies hilft, die Doppelpflege zu reduzieren und klare Abläufe zu schaffen. Automatisierte Prozesse, etwa beim On- und Offboarding eines Mitarbeiters sowie der Rechtevergabe, entlasten Administratoren und sparen wertvolle Zeit. Dabei bleibt die Kontrolle über kritische Rechte dennoch gewährleistet. Das System führt die Prozesse aus, aber der Mensch behält die Kontrolle über kritische Entscheidungen.
Für wen lohnt sich IAM?
IAM lohnt sich insbesondere für Unternehmen, in denen Benutzer- und Berechtigungsprozesse regelmäßig anfallen und einen hohen manuellen Aufwand verursachen. Lucas Hoppe betont im Podcast, dass IAM vor allem dort sinnvoll ist, wo viele Mitarbeiter ein- und austreten, Rollen wechseln oder mehrere SAP- und Cloud-Systeme parallel betrieben werden. Je komplexer die Systemlandschaft und je häufiger Berechtigungen angepasst werden müssen, desto größer ist der Effizienzgewinn durch Automatisierung.
Aber auch mittelständische Unternehmen profitieren: Schon bei wenigen 1.000 Mitarbeitern entstehen durch manuelle Benutzerpflege, Rückfragen und Fehler erhebliche Zeit- und Kostenaufwände. Wichtig ist dabei nicht die Unternehmensgröße, sondern die Anzahl der Prozesse und Systeme. Wer wiederkehrende Aufgaben standardisieren und automatisieren kann, schafft Transparenz, reduziert Risiken und entlastet IT und Fachbereiche nachhaltig.
Welche IAM-Prozesse lassen sich heute automatisieren?
Prozesse wie Onboarding, Rollenänderungen und Offboarding (Joiner-, Mover- und Leaver-Prozesse) lassen sich ideal automatisieren. Das System legt neue Mitarbeiter automatisch an, weist ihnen Zugriffsrechte zu und entzieht diese zuverlässig beim Austritt. Auch Genehmigungsworkflows und Rezertifizierungen können automatisiert werden, während kritische Sonderrechte weiterhin manuell geprüft werden müssen.
Wie lässt sich der Business Case für IAM berechnen?
Lucas erklärt, dass der Business Case für IAM gut berechnet werden kann, da es sich um wiederkehrende, messbare Prozesse handelt. Zunächst wird ermittelt, wie viel Zeit typische Aufgaben wie Benutzeranlage, Rollenänderungen oder Offboarding heute erfordern. Diese Zeiten werden hochgerechnet und mit internen Stundensätzen bewertet.
Wir zeigen in diesem Workshop, wie Sie die Benutzerverwaltung im SAP mit Best Practices hinsichtlich Prozesse und Automatisierung verbessern.
Nach der Optimierung oder Automatisierung wird dieser Vergleich erneut durchgeführt. Die Differenz zeigt die eingesparte Zeit und die Kosten, die durch Projekt- und Lizenzgebühren entstehen. Kleine Maßnahmen rechnen sich häufig schnell, während sich größere IAM-Projekte oft innerhalb von ein bis drei Jahren rentieren.
KI im IAM: Wie Unternehmen Zeit und Geld sparen
Lucas Hoppe erklärt, dass KI im IAM vor allem dort nützlich ist, wo viel Klärungsaufwand entsteht. Ein Beispiel ist die Automatisierung von Antragsprozessen: Ein Chatbot erfasst Berechtigungsanforderungen, stellt Rückfragen und verbessert die Qualität der Anträge, wodurch Fehler reduziert, und Zeit gespart wird. Zudem unterstützt KI bei der Mustererkennung, um für neue Mitarbeiter passende Berechtigungen vorzuschlagen, was Nachforderungen vermeidet.
Auch ohne Automatisierung können Unternehmen durch Standardisierung viel erreichen: Klare Zuständigkeiten, Templates für Antragsprozesse und saubere Rollendaten helfen, Rückfragen und Fehlberechtigungen zu reduzieren. Transparenz über Zugriffsrechte erhöht die Sicherheit, verringert den Prüfaufwand und entlastet sowohl Admins als auch Anwender, was Audits vereinfacht. Doch nicht jedes Unternehmen muss sofort auf KI setzen – entscheidend ist ein strukturierter Einstieg.
Pragmatischer Einstieg ins IAM: Schritt für Schritt
Der Einstieg in IAM muss nicht sofort mit der Wahl eines Tools beginnen, sondern sollte mit einer Bestandsaufnahme der bestehenden Prozesse starten. Der Fokus sollte zunächst auf den größten Aufwänden liegen, etwa bei On-/Offboarding oder Rollenänderungen. Erste Quick Wins ergeben sich durch klare, standardisierte Prozesse und definierte Zuständigkeiten. Im nächsten Schritt folgt die Prozessoptimierung und erst danach die Entscheidung, ob ein IAM-Tool tatsächlich sinnvoll ist.
Kundenbeispiel: Effiziente IAM-Umsetzung in der Cloud
Ein Beispiel aus der Praxis zeigt, wie erfolgsversprechend IAM sein kann: Ein Unternehmen mit rund 2.000 Mitarbeitern führte im Zuge der S/4HANA-Migration mehrere SAP-Cloud-Systeme ein. Der Aufwand für die Benutzer- und Berechtigungsverwaltung stieg, vor allem in der Cloud. Statt zusätzliche Admins einzustellen, nutzte das Unternehmen die vorhandene Entra-ID-Umgebung und band die Cloud-Systeme über SAP Cloud Identity Services an. Durch klare Prozesse und Automatisierung konnten zwei Administratoren die Verwaltung der alten und neuen Systeme gleichzeitig übernehmen – ohne zusätzliche Ressourcen.
Fazit: IAM als strategischer Hebel für Zeit- und Kostenersparnis
IAM ist kein reines Thema der IT-Sicherheit, sondern ein strategischer Hebel zur Effizienzsteigerung und Kostenersparnis, besonders in komplexen SAP- und Cloud-Landschaften. Der Schlüssel liegt in einer strukturierten Vorgehensweise: Prozesse klären, Standards schaffen und wiederkehrende Aufgaben automatisieren.
Die wichtigste Erkenntnis: Nicht alles auf einmal lösen, sondern dort anfangen, wo der Aufwand am größten ist. Der erste Schritt ist, die bestehenden Prozesse und Risiken ehrlich zu analysieren. Ergänzend zum Podcast bietet das Webinar „SAP IAM automatisieren: Einsparungsmöglichkeiten finden & Effizienz steigern“ vertiefende Einblicke in die praktische Umsetzung von Identity- und Access-Management in SAP- und Cloud-Umgebungen.




