Ein Kollege von mir hat mich auf ein interessantes Verhalten bei einer SAP Parametertransaktion für die SE16 (Tabellenanzeige / Data Browser) hingewiesen. Parametertransaktionen erlauben bestimmte Transaktionen mit Parametern vorzubelegen – dies ermöglicht die Nutzung von an sich kritischen Transaktionen wie der SE16, weil der Anwender direkt auf die gewünschte Tabelle oder View geleitet wird. Es gibt aber Situationen, wo dieser Mechanismus fehlerhaft oder nicht wie erwartet reagiert.

Szenario 1

Die Parametertransaktion enthält einen fehlerhaften Parameter – z.B. eine Tabelle, die nicht mehr existiert. Im Screenshot sieht man die Parametertransaktion ZSE16_MISSING, die auf die nicht existente Tabelle “MISSING” verweist.

Wenn der Anwender die Transaktion ZSE16_MISSING aufruft landet er in der SE16 – und hat damit die Möglichkeit andere Tabelle aufzurufen – sofern seine Berechtigungen dies erlauben. De fakto hat ein Anwender damit aber eine vollwertige SE16, ohne dass dies jemand erfährt oder dies durch Reports sichtbar wird.

Parametertransaktion für SE16 für fehlende Tabelle

Szenario 2

Es wurde die richtige Tabelle bei der SAP Parametertransaktion angegeben – aber es wurde die Tabellen-Berechtigungsgruppe nicht richtig konfiguriert. In dem Beispiel hat der Anwender die Berechtigung auf die ZSE16_AGR_DEFINE – aber in seinen Systemrollen nicht die notwendige Tabellenberechtigungsgruppe “SC” (S_TABU_DIS->DICBERCLS, Zuordnungsübersicht in Tabelle TDDAT). Auch in diesem Fall wird der Anwender auf die SE16 zurückgeworfen und kann diese nun im Rahmen seiner sonstigen Berechtigungen nutzen.

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SAP Parametertransaktion für SE16 für vorhandene Tabelle aber ohne Tabellenberechtigung

Fazit

Beide Szenarien sind real und bei einem meiner Kunden aufgetreten. Das Risiko von Szenario 1 ist meines Erachtens relativ gering, da eher selten ganze Tabellen gelöscht werden. Szenario 2 dagegen birgt aus meiner Sicht hohes Risiko. Denn bei jeder Berechtigung der SAP Parametertransaktion muss sichergestellt werden, dass der Rolle auch sofort die richtige Tabellenberechtigung hinzugefügt wird. Sollte das vom Berechtigungsadministrator übersehen werden, dann wird einem Endbenutzer eine vollwertige SE16 gewährt. Zuverlässige Abhilfe dafür wäre die sorgfältige Pflege der SU24, damit beim Hinzufügen der Transaktion in einer Rolle gleich die richtigen Vorschlagswerte in das Berechtigungsprofil eingesteuert werden.

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