Berechtigungsmigration nach S/4HANA – Ein Leitfaden (Teil 1/2)

Autor: Annika Braun | 28. Juli 2021

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Seit mehreren Jahren werden SAP-Kunden mit der Herausforderung konfrontiert, ihre ECC-Systeme nach SAP S/4HANA zu migrieren. Wie eine Berechtigungsmigration aussehen kann, verrät dieser Leitfaden.

Neben der allgemeinen Migration und der Anpassung der Prozesse im Unternehmen stellt sich die Frage, wie die Migration der Berechtigungen funktionieren soll. Da ich mir 2020 dieselbe Frage stellte und kaum Informationen dazu finden konnte, habe ich das Thema ausführlicher betrachtet.

Konkret wollte ich einen Leitfaden für die Migration der Berechtigungen nach SAP S/4HANA entwickeln. Anhand von Experteninterviews sollten die relevanten Informationen erhoben werden. Schlussendlich wurden acht Experten mit unterschiedlichen Sichtweisen auf die Migrationsprojekte interviewt. Darunter waren sowohl unternehmensinterne SAP-Berater als auch externe SAP-Berater. Diese Interviews wurden qualitativ ausgewertet, in ein Kategoriensystem übertragen und darauf aufbauend ein Leitfaden erstellt.

5 Phasen der S/4HANA-Migration

Dieser erläutert wiederum die verschiedenen Aspekte, welche vor, während und nach einer SAP S/4HANA-Migration betrachtet werden sollten. Der Leitfaden untergliedert sich dabei in folgende fünf Phasen:

1. Migrationsansatz
2. Projektplanung
3. Vorbereitungsphase
4. Realisierungsphase
5. Projektabschluss

S/4HANA Migration

Phasen der S/4HANA Migration

In diesem Beitrag werden die ersten beiden Phasen beleuchtet, in einem weiteren Beitrag folgen schließlich die drei weiteren notwendigen Schritte.

Migrationsansatz

Allen Phasen voran steht der Migrationsansatz. Dieser bestimmt die wesentlichen Schritte innerhalb des Projektes. Dabei sollte geprüft werden, welcher Projektansatz für die unternehmensweite SAP S/4HANA-Migration genutzt wird: Handelt es sich um einen Greenfield-Ansatz? Oder um einen Brownfield-Ansatz? Werden Systeme konsolidiert? Daneben sollte klar sein, welche Änderungen von SAP ERP nach SAP S/4HANA zu erwarten sind. Da es sich bei SAP S/4HANA nicht um ein einfaches Upgrade handelt, fallen die Änderungen auch auf Tabellenebene stärker aus. Dabei stellen sich relevante Fragen: Ist das neue General Ledger (New GL) sowie das Business Partner Konzept (Transaktion: BP) bereits im Einsatz? Können alle bisher genutzten SAP-Module und Add-Ons mit nach SAP S/4HANA genommen werden?

Projektplanung

Im zweiten Schritt geht es dann in die konkrete Projektplanung. Dabei wird im Idealfall eine erste, valide Aufwandsschätzung erstellt. Diese hängt in Bezug auf die Berechtigungen maßgeblich von der Qualität des bisherigen Berechtigungskonzeptes ab, ob dieses komplett neu aufgesetzt werden soll oder den Anforderungen weiterhin genügt. Daneben sind Parameter wie Anzahl der Nutzer, Anzahl der Module, Standardkonformität der Rollen sowie die Prozessstabilität im Unternehmen relevant.

Webinar: Migration der Berechtigungen nach SAP S/4HANA

In diesem Webinar sprechen wir darüber, was Sie bei der Migration auf SAP S/4HANA hinsichtlich Ihrer Rollen und Berechtigungen beachten müssen.

Dabei wird auch die Organisation für das Projekt geplant. Wer erstellt und pflegt die Berechtigungen? Wer entscheidet im Unternehmen über den transaktionalen Umfang? Wer sind die Ansprechpartner? Sind die Berechtigungsadministratoren eventuell als Teilprojektleiter mit im Projekt involviert?

In dieser Phase sollte auch das bestehende Berechtigungskonzept mit einem kritischen Auge geprüft werden. Gegebenenfalls kann hier auch externe Unterstützung hinzugezogen werden. Ist mein Berechtigungskonzept vollständig und zeitgemäß? In den Experteninterviews zeigte sich, dass Unternehmen eine SAP S/4HANA-Migration als Anlass nehmen, ihr oftmals historisch gewachsenes Berechtigungskonzept grundlegend zu überarbeiten.

Fiori – ja oder nein?

Ein weiterer Aspekt ist in dieser Phase die Planung bezüglich SAP Fiori. Wird Fiori bereits eingesetzt? Wenn nein, soll dies nach der SAP S/4HANA-Migration der Fall sein? Sieht die Strategie einen Einsatz der SAP Fiori-Apps unternehmensweit vor oder nur in einzelnen Bereichen? Welche Deployment-Variante soll gewählt werden? Muss im Vorfeld zusätzliche Hardware beschafft und Fiori-spezifisches Wissen aufgebaut werden?

Welche Erfahrungen haben Sie bereits mit der Migration der Berechtigungen nach S/4HANA gemacht? Gab es im Projektansatz oder in der Projektplanung weitere Aspekte, welche unbedingt betrachtet werden sollten? Lassen Sie uns dies gerne in den Kommentaren wissen.


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Annika Braun

SAP Security Consultant

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