OpenClaw baut mir eine Fiori-App | Perspektive SAP IT – Februar 2026
Autor: Tobias Harmes | 27. Februar 2026
Die OpenSource-Software OpenClaw entfacht einen neuen Hype um die Nutzung von generativer KI als persönlichen Assistenten. Trotz elementarer Sicherheitsprobleme fasziniert sehr viele Menschen die Funktion, dass OpenClaw praktisch dort weitermacht, wo ChatGPT nur Tipps ausgibt. Grund genug, OpenClaw einmal für mich auf die SAP BTP loszulassen.
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Das populärste OpenSource-Projekt der letzten Monate (gemessen an den GitHub-Sternen) und zugleich der Albtraum aller Sicherheitsexperten hat es zuletzt sogar in die „normale“ Presse geschafft. Die Rede ist von OpenClaw, einer Software, die je nach Wunsch und Geldbeutel die aktuellen Sprachmodelle von Anthropic und OpenAI nutzt, um nicht nur im Chat zu plappern, sondern auch gleich Nägel mit Köpfen zu machen.
Wer noch nichts davon mitbekommen hat: Man nehme einen Rechner, installiere OpenClaw über einen Einzeiler, hinterlege einen API-Key von OpenAI oder Anthropic (bzw. Claude) und sogleich „erwacht“ ein persönlicher Assistent zum Leben. Im Standard mit Telegram-Schnittstelle versehen kann ich jetzt von unterwegs diesem Assistenten Fragen stellen oder Anweisungen geben. Ich könnte darum bitten, mir Flugtickets zu buchen oder bei mir zu Hause das Licht auszumachen. Das habe ich allerdings nicht ausprobiert, weil ich nichts davon wirklich brauche.
(Für mich) nützlichere Dinge
Stattdessen habe ich ihn aus dem Telegram-Chat gebeten, mir Podcast-Folgen zu transkribieren. Und statt mir wie bei ChatGPT eine elend lange Liste von To-dos auszuspucken, hat er ohne Rückfrage OpenAI/Whisper installiert und mir die gewünschte Podcast-Folge transkribiert und zum Download auf irgendeinen mir völlig unbekannten Webspace hochgeladen. Das ist einerseits sehr praktisch und andererseits ein gutes Beispiel, welches Risiko man mit diesem Assistenten für seine persönlichen (und auch die Daten von anderen) eingeht.
Was mich nicht davon abgehalten hat, mal mit völlig neuen Accounts einen SAP BTP-Trailaccount aufzumachen und meinen OpenClaw (Codename: spiderbot) zu bitten, mir beim Erstellen einer Fiori-App auf der SAP BTP zu helfen. Meine Anforderung war: Ich möchte nichts selbst installieren und auch nicht die Entwicklungsumgebung SAP Business Application Studio (BAS) aufmachen müssen. Mit den Accountdaten der BTP-Trail und eines eigens dafür angelegten GitHub-Accounts hat OpenClaw dann eine Entwicklungspipeline angelegt. Lokal mit GitHub-Codeversionierung und einem Automatisierungsworkflow zwischen GitHub und Cloud Foundry gab es dann so Zwischenmeldungen wie: „Die Änderung ist online, warte noch zwei Minuten, dann kannst du auf der BTP die neue App ausprobieren.“
SAP BTP App mit geschummelter Datenbank
Die Basics haben auch sehr gut funktioniert. Also das Erstellen einer Startseite mit SAP und OpenClaw-Logo und einer Speedtest-Funktion direkt auf die Startseite. Bei der eigentlichen Fiori-App (einem RSS-Feedreader) gab es dann deutlich mehr Iterationen. Irgendwann hatte ich keine Lust mehr das Ergebnis zu testen und habe dem Agenten dann gesagt: Teste das Ergebnis selbst und sorge dafür, dass das Hinzufügen und Entfernen von Feeds funktioniert. Das hat dann auch geklappt.
Nur wenn man ganz genau hinguckt: Obwohl er es sogar geschafft hat, eine HANA Cloud-Instanz in dem Subaccount selbst anzulegen, hat er es nicht geschafft, die App zuverlässig mit der Datenbank zu verbinden. Stattdessen hat er einen Workaround gebastelt, um das Ergebnis für diesen Moment zu erzeugen. Und trotzdem hat mich das Ergebnis beeindruckt, denn ich habe wie gefordert gar nichts installiert, nicht in Codings gewuselt und musste auch keine Push-Befehle auf der Kommandozeile eingegeben.
Verboten!!1!
Der Erfinder von OpenClaw Peter Steinberger hat einen Nerv und eine Lücke in dem Nutzen von generativer KI gefunden und diese mit wenig Rücksicht auf die Risiken geschlossen. Dadurch hat er jetzt einen Job bei OpenAI, um deren Agenten auf das nächste Level zu heben. Die bisherigen KI-Benchmarks zwischen den Sprachmodellen dürften jetzt ersetzt werden durch die Frage: „Wie viel autonomes Arbeiten können eure Agenten bereits?“ die Erwartungshaltung des Fachbereichs für schnelle Lösungen und schnelle Änderungen aus der IT (egal ob für SAP oder andere Themen) noch mal in neue Höhen treiben. Daran wird auch das hastig in einigen Firmen verhängte Download-Verbot von OpenClaw wenig ändern. Denn das hat bei ChatGPT ja auch nicht lange funktioniert.
Herzliche Grüße
Tobias Harmes
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