Wie Sie am besten SAP testen, wenn die Fachabteilung nicht mitzieht

Autor: Tobias Harmes | 3. März 2021

1 | #Testmanagement

Sowohl in der IT als auch in der Fachabteilung weiß jeder, dass bei einer Änderung am SAP getestet werden müsste. Gute Argumente dagegen weiß leider auch jeder. Warum die Gründe nicht bloß Ausreden sind, und was Sie besser machen können.

Leider ist die IT für aussagekräftige Tests auf eine Kooperation der Fachbereiche angewiesen. Denn nur in der Kombination aus dem technischen Wissen und den Kenntnissen über die Geschäftsabläufe in den einzelnen Abteilungen kann erfolgreich getestet werden.

Soll die Zusammenarbeit zwischen der IT und den Fachbereichen gelingen, kann die IT je nach Problemstellung unter die Arme greifen damit es doch klappt. Schauen wir uns typische Aussagen von Fachabteilungen an und wie die IT dort helfen kann.

Aussage: „Ich weiß nicht, was ich testen soll“

Ein klassisches Problem der Fachbereiche ist, dass sie gar nicht wissen, was getestet werden muss. Macht die IT an dieser Stelle keine Einschränkungen, führt das zu zusätzlicher Demotivation, weil die Abteilungen dann keinen Ansatzpunkt haben und sich von der Aufgabe erschlagen fühlen.

Unsere Empfehlung in dieser Situation lautet deshalb, den Fachbereichen einen Rahmen für die Tests zu geben. Wenn die IT abschätzt, welche Systeme von der Änderung betroffen sind, kann sie den Fachabteilungen mit diesem Wissen bei der Priorisierung der Testfälle helfen.

Hat die IT dieses Wissen nicht, kann sie trotzdem beim Ansatz des Risk-Based-Testings unterstützen. Hier wird überlegt, welche Geschäftsprozesse am relevantesten für das Unternehmen sind und welche Prozesse bei einem Ausfall somit unmittelbar Schaden verursachen würden. Das Testen erfolgt dann anhand einer gemeinsam erstellten Reihenfolge der einflussreichsten Unternehmensabläufe. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass mindestens die wichtigsten Prozesse reibungslos weiterlaufen.

Eine weitere Möglichkeit ist, den Testumfang durch Toolunterstützung automatisch bestimmen zu lassen. Der Solution Manager bietet hierfür zum Beispiel die Funktion des Business Process Change Analyzer (BCPA) an. Doch ob mit oder ohne Tool: Wir empfehlen, dass die IT die Fachabteilungen in diesem Szenario auf die eine oder andere Weise bei der Priorisierung der Testfälle unterstützt.

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Aussage „Wir haben keine Zeit, jedes Mal einen Test zu koordinieren“

Neben der Schwierigkeit Testfälle zu priorisieren ist ja auch die Aufgabe, die richtigen Personen auf die richtigen Testfälle anzusetzen. Das wird in unserer Beobachtung oft auf Zuruf und wenig systematisch durchgeführt.

Wenn einmal eine geeignete Sammlung von Testfällen zusammengestellt worden ist, sollte der resultierende Testplan zusammen mit den ausgewählten Testern in Zukunft auch als Vorlage für weitere Tests wiederverwendet werden.

Hilfreich ist deshalb, schon bei der ersten Testplanerstellung darauf zu achten, dass eine Wiederverwendbarkeit gewährleistet ist.

Aussage „Das Testen von SAP ist so kompliziert“

In dieser Situation ist das Ziel, die Abarbeitung der Testfälle so leicht wie möglich zu gestalten. Nicht zuletzt ist für bessere Testabläufe deshalb eine gute Benutzbarkeit wichtig. Dabei sollte vor allem sichergestellt werden, dass jeder Anwender alle relevanten Funktionen für die Testabarbeitung beherrscht.

So sollte beispielsweise jeder in der Lage sein, einen entdeckten Fehler mit Bezug zum Testfall inkl. Screenshot und Eingabedaten selbst zu melden. Wenn hier Fehler über Dritte gemeldet werden müssen, sinkt die Geschwindigkeit und es geht auf dem Weg notwendige Informationen für die Fehlerbehebung verloren.

Das am häufigsten eingesetzten Werkzeuge für das Test- und Defect-Management auf Anwenderseite sind immer noch Microsoft Word und Excel – manchmal auch einfach als Behälter mit allen Informationen. Office-Vorlagen mit Feldern für Testeingaben und Ergebnissen helfen dabei, den Anwendern das Melden von Fehlern zu vereinfachen.

Wer hier Geschwindigkeit und Nachvollziehbarkeit erhöhen und Rückfragen beim Fachbereich reduzieren will, kann sich das Thema Test Management im Solution Manager ansehen. Denn dort gibt es Funktionen, wie Anwender z.B. Eingabedaten oder Beleginformationen automatisch im Fehler-Ticket mitgeben können.

Wenn Sie mehr zum Thema Testmanagement mit dem Solution Manager erfahren möchten, empfehlen wir Ihnen unser Webinar Solution Manager – Testmanagement. Sie haben Fragen? Schicken Sie uns gerne eine Mail an: info@rz10.de


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Tobias Harmes

Experte, Speaker, Herausgeber rz10.de

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