„Toll, jetzt müssen wir auch noch ISO 27001 machen. Und nun?“ – mit Michael Wittling

Autor: Tobias Harmes | 27. März 2025

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Immer mehr Unternehmen sehen sich mit Anforderungen zur Informationssicherheit konfrontiert – sei es durch gesetzliche Vorgaben wie NIS-2, Kundenanforderungen oder eigene Schutzbedarfe. In dieser Folge bespreche ich mit Michael Wittling, Strategieberater ISMS & IT Security bei mindsquare, warum ISO 27001 als Standard oft die erste Wahl ist, was ein Informationssicherheitsmanagementsystem (ISMS) eigentlich bedeutet und wie Unternehmen pragmatisch in das Thema einsteigen können.

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Warum ISO 27001 aktuell so relevant ist

Ein Informationssicherheitsmanagementsystem (ISMS) schafft Transparenz, definiert klare Prozesse und macht Informationssicherheit für das Management steuerbar. Besonders ISO/IEC 27001 hat sich als flexibles und international anerkanntes Rahmenwerk etabliert. Es ist risikobasiert aufgebaut, skalierbar und eignet sich für Unternehmen jeder Größe. In Zeiten wachsender Cyberbedrohungen und regulatorischer Anforderungen – wie der europäischen NIS-2-Richtlinie oder für kritische Infrastrukturen (KRITIS) – bietet die Norm Orientierung und Sicherheit.

Gesetzlicher Druck und unternehmerischer Nutzen

Auch wenn gesetzliche Regelungen nicht explizit die ISO 27001 vorschreiben, fordert der Gesetzgeber zunehmend Maßnahmen zum Schutz kritischer Informationen. ISO 27001 ist dabei eine der möglichen (und oft bevorzugten) Lösungen, um diesen Anforderungen systematisch zu begegnen, insbesondere durch ihre Anpassungsfähigkeit und die internationale Verbreitung.

Ein häufiges Missverständnis: Informationssicherheit betrifft nur die IT. Tatsächlich umfasst sie viel mehr und erstreckt sich von Zutrittskontrollen bis zur Absicherung analoger Informationen. Unternehmen sollten daher zuerst definieren, welche Informationen besonders schützenswert sind – ob Produktionsgeheimnis oder Gesundheitsdaten.

Informationssicherheit bleibt ein entscheidendes Thema – Anforderungen durch gesetzliche Vorgaben wie NIS-2, Erwartungen Ihrer Kunden und prüferische Kontrollen machen eines klar: Ohne ein strukturiertes Informationssicherheitsmanagementsystem (ISMS) ist nachhaltige Informationssicherheit schwer zu gewährleisten. Aber wie geht man die Einführung eines ISMS pragmatisch und zielgerichtet an?

Was ist ein ISMS genau?

Ein Informationssicherheitsmanagementsystem ist kein Tool, keine Software und kein einzelnes Dokument. Es ist ein lebendiger, kontinuierlicher Prozess: Zielsetzung, Risikoanalyse, Maßnahmenplanung, Umsetzung, Kontrolle – und das Ganze regelmäßig im Management-Review reflektiert. So wird Informationssicherheit greifbar und messbar.

ISO 27001 beschreibt genau diesen strukturierten Rahmen. Wer ein ISMS nach ISO 27001 umsetzt, setzt damit automatisch ein vollständiges Sicherheitsmanagementsystem um.

Der Einstieg in die Praxis

Wie beginnt man am besten? In vielen Fällen hilft ein Scoping-Workshop, in dem Ziele, Anforderungen und vorhandene Ressourcen geklärt werden. Danach folgt eine GAP-Analyse: Was ist schon da, was fehlt noch? Diese Bestandsaufnahme ermöglicht es, Aufwand und Projektumfang realistisch abzuschätzen.

Gerade bei knappen Ressourcen empfiehlt sich ein schrittweiser Einstieg – z. B. mit einem kleinen Geltungsbereich (Scope) wie nur der IT-Abteilung oder einem bestimmten Unternehmenszweig. So lassen sich erste Erfolge erzielen, bevor die Lösung später skaliert wird.

Häufige Stolperfallen vermeiden

Viele Projekte scheitern nicht an der Technik, sondern an der Kommunikation: Wenn das Management nicht eingebunden ist, die Ziele unklar bleiben oder technische Details im Vordergrund stehen, die am eigentlichen Schutzbedarf vorbeigehen. Der Schlüssel: Informationssicherheit muss als unternehmensweites Thema verstanden werden. IT, Fachabteilungen und Führungsebene müssen eine gemeinsame Sprache finden.

Ein ISMS bietet genau dafür eine Plattform. Es hilft, Risiken zu bewerten und verständlich zu kommunizieren. Wer zum Beispiel fehlende Firewall-Regeln als messbares Risiko aufbereitet, kann deutlich leichter Budget und Rückhalt gewinnen.

Fazit: Sicherheit strategisch denken

Ein ISMS nach ISO 27001 ist kein Selbstzweck. Richtig umgesetzt, schützt es nicht nur Unternehmenswerte, sondern stärkt Vertrauen bei Kunden und Partnern. Ob mit oder ohne Zertifizierung: Wer heute beginnt, ist morgen besser vorbereitet.

Mehr zur Einführung eines ISMS und wie man es pragmatisch an den Start bekommt, erfahren Sie im Webinar ISMS pragmatisch einführen: Das Vorgehen im Überblick. Wenn Sie einmal unverbindlich über das Thema ISMS und Informationssicherheit sprechen möchten, vereinbaren Sie auch gerne einen Termin mit uns. Hier ist unser Kalender.


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Tobias Harmes

Experte, Speaker, Herausgeber rz10.de

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