SAP AI Core und SAP AI Launchpad schaffen die Grundlage für moderne KI-Anwendungen. Damit diese sicher betrieben werden können, sind starke Sicherheitsmaßnahmen, Datenschutz und ein konsequentes Identity Management unverzichtbar.
Warum SAP AI Core Security immer wichtiger wird
Immer mehr KI-Funktionen in SAP-Anwendungen wie SAP S/4HANA, SuccessFactors oder Ariba basieren auf SAP AI Core. Gemeinsam mit dem SAP AI Launchpad bildet der Service die technische Grundlage für SAP Business AI, Joule und den Generative AI Hub. Als zentrale KI-Infrastruktur der SAP Business Technology Platform (SAP BTP) übernehmen beide Komponenten eine Schlüsselrolle für den sicheren Betrieb moderner KI-Anwendungen.
Mit mehr KI-Funktionen, steigen auch die Anforderungen an die Sicherheit. Wird die Infrastruktur kompromittiert oder fällt sie aus, können zahlreiche KI-gestützte Geschäftsprozesse gleichzeitig betroffen sein. Zusätzliche Aufmerksamkeit erhielt das Thema durch die SAPwned-Sicherheitsforschung von Wiz im Jahr 2024, die Schwachstellen in cloudbasierten Kubernetes-Umgebungen aufdeckte und verdeutlichte, wie wichtig mehrschichtige Sicherheitskonzepte für KI-Plattformen sind.
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SAP AI Core und SAP AI Launchpad: Das Fundament der SAP Business AI
SAP AI Core ist die Kubernetes-basierte Ausführungsplattform für KI-Anwendungen. Hier werden Machine-Learning-Modelle trainiert, bereitgestellt und ausgeführt. Der Service unterstützt containerisierte Deployments und moderne MLOps-Prozesse und bildet das technische Backend zahlreicher SAP-KI-Services.
Das SAP AI Launchpad ergänzt AI Core um eine zentrale Verwaltungsoberfläche. Administratoren und Data Scientists können dort Modelle bereitstellen, überwachen und verwalten. Während AI Core die Rechenleistung bereitstellt, übernimmt das Launchpad die Steuerung und Governance der KI-Workloads.
Warum ist die Infrastruktur besonders schützenswert?
SAP AI Core bildet den zentralen Knotenpunkt zahlreicher KI-Funktionen. Ein Sicherheitsvorfall kann deshalb Auswirkungen auf viele Anwendungen gleichzeitig haben. Die Angriffsfläche wächst zusätzlich durch Bring Your Own Model (BYOM), Multi-Cloud-Umgebungen sowie die Einbindung externer Large Language Models (LLMs).
Da KI-Anwendungen zunehmend auch sensible Unternehmens-, Kunden- oder Personaldaten verarbeiten, spielt der Schutz der zugrunde liegenden Infrastruktur eine zentrale Rolle. Gleichzeitig sollten Unternehmen verstehen, welche Vertrauensgrenzen (Trust Boundaries) innerhalb der SAP-Business-AI-Architektur bestehen. Daten durchlaufen zunächst SAP-Dienste wie AI Core und den Orchestration Service. Erst danach werden sie – abhängig von der Konfiguration – an externe Modelle wie GPT-4o, Claude oder Gemini weitergeleitet. Dieses Verständnis ist entscheidend, um Datenflüsse und Sicherheitsmaßnahmen korrekt zu bewerten.
So schützt SAP AI Core Ihre KI-Infrastruktur
SAP verfolgt für AI Core und AI Launchpad einen Defense-in-Depth-Ansatz, bei dem mehrere Sicherheitsmechanismen ineinandergreifen. Auf der Identity-Ebene schützen rollenbasierte Berechtigungen innerhalb der SAP Business Technology Platform den Zugriff auf KI-Ressourcen. Resource Groups sorgen dafür, dass Anwendungen und Teams ausschließlich auf ihre eigenen Bereiche zugreifen können.
Auf der Netzwerkebene werden Workloads durch Kubernetes-Namespaces sowie ein Service Mesh auf Basis von Istio voneinander isoliert. Dadurch lässt sich unautorisierte Kommunikation zwischen Containern verhindern.
Die Runtime-Ebene umfasst gehärtete Container, die sichere Verwaltung von Secrets sowie eine klare Trennung zwischen Entwicklungs-, Test- und Produktivumgebungen. Ergänzt wird dies durch Audit-Protokolle und kontinuierliches Monitoring, um sicherheitsrelevante Ereignisse nachvollziehen zu können.
Das SAP AI Launchpad ermöglicht die zentrale Überwachung von Deployments, Modellen und Laufzeiten. Die dort gewonnenen Informationen können Unternehmen für ihr Security Monitoring nutzen und – je nach Systemlandschaft – mit bestehenden SIEM– oder Monitoring-Lösungen verknüpfen.

Datenschutz bei LLM-Aufrufen
Werden generative KI-Modelle genutzt, können Prompts die eigene SAP-Landschaft verlassen. Deshalb unterstützt SAP den Datenschutz über die Data Privacy Integration (DPI) im Orchestration Service.
Personenbezogene Informationen lassen sich dabei vor der Weiterleitung automatisch anonymisieren oder pseudonymisieren. Zusätzlich können Unternehmen mithilfe von Allowlists festlegen, welche Begriffe – z. B. Produkt- oder Unternehmensnamen – bewusst nicht maskiert werden.
Dadurch behalten Unternehmen die Kontrolle darüber, welche Informationen an externe LLMs übertragen werden und welche ausschließlich innerhalb der eigenen SAP-Umgebung verbleiben. Unternehmen sollten daher prüfen, welche Daten ihre Organisation verlassen dürfen und welche vor der Weitergabe an externe KI-Modelle zwingend maskiert oder pseudonymisiert werden müssen.
Bring Your Own Model (BYOM)
Mit Bring Your Own Model können Unternehmen eigene KI-Modelle in SAP AI Core bereitstellen. Dadurch entstehen jedoch zusätzliche Sicherheits- und Governance-Anforderungen.
Während SAP eine abgesicherte Container-Laufzeitumgebung und die Isolation von Secrets bereitstellt, liegt die Verantwortung für das Modell selbst beim Unternehmen. Dazu gehören regelmäßige Sicherheits- und Qualitätstests, das Lifecycle-Management sowie klare Prozesse dafür, wer eigene Modelle entwickeln und deployen darf.
Ohne diese Governance steigt das Risiko unkontrollierter oder unsicherer KI-Anwendungen. Ebenso sollten Unternehmen klare Freigabeprozesse etablieren, um neue Modelle vor dem produktiven Einsatz hinsichtlich Sicherheit, Qualität und Compliance zu prüfen.
Checkliste: SAP AI Core und SAP AI Launchpad sicher betreiben
Für einen sicheren Betrieb von SAP AI Core und SAP AI Launchpad sollten Unternehmen insbesondere folgende Maßnahmen umsetzen:
- Berechtigungen konsequent nach dem Least-Privilege-Prinzip vergeben.
- Resource Groups nutzen, um Projekte und Anwendungen sauber voneinander zu trennen.
- Service Keys, Secrets und Zugangsdaten regelmäßig rotieren und sicher verwalten.
- Netzwerksegmentierung sowie die Konfiguration des Service Mesh regelmäßig überprüfen.
- Monitoring- und Audit-Informationen aus dem SAP AI Launchpad in bestehende SIEM- oder SAP Enterprise Threat Detection (ETD)-Prozesse einbinden.
- Audit-Logs kontinuierlich überwachen und sicherheitsrelevante Ereignisse regelmäßig auswerten.
- Data Privacy Integration (DPI) sowie die Datenmaskierung regelmäßig überprüfen und an aktuelle Anforderungen anpassen.
- BYOM-Deployments regelmäßig hinsichtlich Sicherheit, Qualität und Compliance überprüfen.
- Rollen und Berechtigungen in regelmäßigen Abständen rezertifizieren.
Fazit
SAP AI Core und SAP AI Launchpad bilden das technische Fundament moderner SAP-KI-Anwendungen. Ihre Absicherung sollte daher integraler Bestandteil des bestehenden SAP-Sicherheits- und Berechtigungskonzepts sein. Neben klassischen Maßnahmen wie Rollenmanagement und Netzwerksegmentierung gewinnen Datenschutz, Laufzeitsicherheit und Governance zunehmend an Bedeutung.
Unternehmen, die SAP AI Core und SAP AI Launchpad frühzeitig in ihr bestehendes SAP-Sicherheitskonzept integrieren und ihre KI-Infrastruktur nach dem Defense-in-Depth-Prinzip absichern, schaffen die Grundlage für einen sicheren, skalierbaren und regulatorisch konformen Einsatz von SAP Business AI. Gleichzeitig bilden beide Komponenten die technische Basis für autonome KI-Agenten und zukünftige KI-Anwendungen.
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