SAP passt die Wartungs- und Supportregelungen für On-Premises-Lösungen an. Kunden erhalten mehr Flexibilität bei Supportverträgen, ungenutzten Lizenzen und der Rückkehr zum SAP-Support. Wir zeigen, was sich ändert und was Unternehmen jetzt wissen sollten.

Was ändert sich bei SAP-Wartung und Support?

SAP hat im Juli 2026 neue Regelungen für die Wartung und den Support seiner On-Premises-Lösungen angekündigt. Ziel ist es, Unternehmen mehr Wahlfreiheit, Transparenz und Planungssicherheit zu bieten. Die Änderungen gelten weltweit für bestehende und künftige Kunden von SAP-On-Premises-Produkten.

Analysieren Sie Ihre SAP-Lizenzstruktur gemeinsam mit den tatsächlich vergebenen Rollen und Berechtigungen – und erkennen Sie, wo unnötige Kosten und Lizenzrisiken entstehen.

Die Anpassungen sind im Austausch mit der Europäischen Kommission sowie SAP-Kundenvertretern, darunter der Deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe (DSAG), entstanden.

Für Unternehmen ergeben sich vor allem in vier Bereichen neue Möglichkeiten:

  • Mehr Wahlfreiheit bei Wartung und Support
  • Mehr Flexibilität bei ungenutzten Lizenzen
  • Klarere Vertragsbedingungen
  • Verbesserte Bedingungen bei einer Rückkehr zum SAP-Support

Die Änderungen betreffen ausschließlich On-Premises-Lösungen. SAPs Cloud-Angebote wie S/4HANA Cloud und RISE with SAP sind davon nicht betroffen.

Mehr Wahlfreiheit bei Wartung und Support

Unternehmen können ihre SAP-Landschaft künftig flexibler in sogenannte kommerzielle Installationen aufteilen. Für einzelne Bereiche können sie unterschiedliche Support-Level wählen oder auf SAP-Support verzichten. Damit können Unternehmen ihre Wartungsstrategie stärker an der tatsächlichen Bedeutung einzelner Systeme ausrichten.

Mehr Flexibilität bei ungenutzten Lizenzen

SAP erweitert außerdem die Möglichkeiten, nicht mehr benötigte Lizenzen zu kündigen. Dies soll unter anderem bei Personalreduzierungen, Insolvenz, Veräußerungen, Produkten in kundenspezifischer Wartung oder nicht erfolgreichen Implementierungen möglich sein.

Zusätzlich erweitert SAP den Zugang zu Single-Metric-Verträgen. Diese können eine einfachere und besser planbare Berechnung von Lizenz- und Wartungsgebühren ermöglichen.

Einfachere und klarere Vertragsbedingungen

SAP will außerdem zentrale Vertragsbestimmungen und anwendbare Richtlinien weiter präzisieren. Dadurch sollen Unternehmen mehr Klarheit und Planungssicherheit bei langfristigen Technologie- und Supportentscheidungen erhalten.

Gerade bei einer Veränderung der SAP-Landschaft – etwa durch Migrationen, Systemstilllegungen oder eine Neuausrichtung des Betriebsmodells – können klarere Rahmenbedingungen die Planung erleichtern.

SAP-Berechtigungen beeinflussen nicht nur die Sicherheit, sondern können sich auch direkt auf die Lizenzkosten auswirken. In diesem Webinar erfahren Sie, wie berechtigungsbasierte Lizenzmodelle in S/4HANA und Cloud ERP funktionieren und welche typischen Faktoren die Kosten erhöhen können. Sie lernen, wie sich Rollen und Berechtigungen gezielt optimieren lassen, um Einsparpotenziale zu erkennen und nachhaltig zu nutzen.

Einfachere Rückkehr zum SAP-Support

Auch für Unternehmen, die nach einer Unterbrechung wieder zu SAP-Wartung und -Support zurückkehren möchten, verbessern sich die Bedingungen. SAP erhebt künftig keine Verwaltungsgebühren für die Rückkehr. Die sogenannte Back-Maintenance Fee wird zudem auf den niedrigeren Wert aus sechs Monaten oder 50 Prozent der Gebühren für den wartungsfreien Zeitraum begrenzt.

Für eine definierte Gruppe veralteter Produkte soll außerdem keine Back Maintenance anfallen. Damit soll die Rückkehr zum SAP-Support einfacher und kalkulierbarer werden.

Was bedeutet das für Unternehmen?

Die neuen Regelungen schaffen zusätzliche Möglichkeiten, SAP-Landschaften und Wartungsverträge individueller zu gestalten. Für Unternehmen lohnt sich deshalb ein Blick auf die eigene Situation:

  • Welche Systeme benötigen tatsächlich noch SAP-Support?
  • Gibt es ungenutzte oder nicht mehr benötigte Lizenzen?
  • Welche Vertragsmodelle sind langfristig wirtschaftlich?
  • Können neue Support- oder Lizenzoptionen genutzt werden?

SAP kündigt außerdem eine Clearing-Struktur an. Kunden sollen damit die Möglichkeit erhalten, die Anwendung der neuen Regeln überprüfen zu lassen. Gerade bei einer ohnehin geplanten Modernisierung der SAP-Landschaft kann es sinnvoll sein, Wartung, Support und Lizenzierung gemeinsam zu betrachten.

Fazit

Die neuen SAP-Regelungen bringen vor allem mehr Flexibilität bei On-Premises-Wartung, Support und Lizenzen. Unternehmen erhalten zusätzliche Möglichkeiten, ihre SAP-Landschaft an veränderte Geschäftsbedingungen anzupassen. Besonders relevant sind die flexiblere Gestaltung von Supportvereinbarungen, der Umgang mit ungenutzten Lizenzen, Single-Metric-Verträge und die verbesserten Bedingungen bei einer Rückkehr zum SAP-Support.

Wer seine SAP-Kosten optimieren möchte, sollte deshalb jetzt prüfen, welche Systeme, Lizenzen und Supportleistungen tatsächlich benötigt werden.
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